
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 24
15 Wenn ihr also den Gräuel der Verwüstung, von dem der Prophet Daniel spricht, an heiliger Stätte stehen seht -- wer es liest, bedenke es wohl! --, 16 dann fliehe in die Berge, wer in Judäa ist. 17 Wer sich gerade auf dem Dach befindet, steige nicht hinab, seine Sachen aus dem Haus zu holen 18 und wer auf dem Feld ist, kehre nicht zurück, seinen Mantel zu holen. 19 Weh aber den Schwangeren und Stillenden in jenen Tagen! 20 Betet, dass euere Flucht nicht in den Winter oder auf einen Sabbat fällt. 21 Denn dann wird eine große Bedrängnis kommen, wie von Anfang der Welt bis jetzt noch keine gewesen ist und auch nicht mehr sein wird. 22 Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, dann würde kein Mensch gerettet. Aber um der Auserwählten willen werden jene Tage verkürzt werden.
Beachte, wie diese Rede gegen die Juden gerichtet ist; denn als diese Dinge von Vespasian vollbracht wurden, konnten die Apostel weder den Sabbat halten noch fliehen, da die meisten von ihnen bereits tot waren und die Überlebenden in fernen Ländern lebten. Und warum sie darum beten sollten, fügt Er als Grund hinzu: „Denn dann wird eine große Drangsal sein, wie sie seit Anfang der Welt bis jetzt nicht gewesen ist und auch nicht sein wird.“