
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 24
15 Wenn ihr also den Gräuel der Verwüstung, von dem der Prophet Daniel spricht, an heiliger Stätte stehen seht -- wer es liest, bedenke es wohl! --, 16 dann fliehe in die Berge, wer in Judäa ist. 17 Wer sich gerade auf dem Dach befindet, steige nicht hinab, seine Sachen aus dem Haus zu holen 18 und wer auf dem Feld ist, kehre nicht zurück, seinen Mantel zu holen. 19 Weh aber den Schwangeren und Stillenden in jenen Tagen! 20 Betet, dass euere Flucht nicht in den Winter oder auf einen Sabbat fällt. 21 Denn dann wird eine große Bedrängnis kommen, wie von Anfang der Welt bis jetzt noch keine gewesen ist und auch nicht mehr sein wird. 22 Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, dann würde kein Mensch gerettet. Aber um der Auserwählten willen werden jene Tage verkürzt werden.
(Ep. 199. 30.) Bei Lukas wird es so gelesen: „Es wird große Not auf Erden sein und Zorn über dieses Volk, und sie werden durch die Schärfe des Schwertes fallen und in alle Völker gefangen geführt werden.“ (Lukas 21:23.) Und so berichtet Josephus, der die Jüdische Geschichte schrieb, (B. J. vii.) von so großen Übeln, die diesem Volk widerfuhren, dass sie kaum glaublich erscheinen. Daher wurde nicht unvernünftig gesagt, dass eine solche Drangsal niemals seit Anfang der Schöpfung gewesen sei noch sein werde; denn obwohl in der Zeit des Antichrist solche oder vielleicht größere sein wird, so wird doch den Juden, von denen wir dies verstehen müssen, solches nie mehr widerfahren. Denn wenn sie die ersten und hauptsächlichen sein werden, den Antichrist aufzunehmen, werden sie dann eher Drangsal zufügen als erleiden.