
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 2
3 Als König Herodes das hörte, erschrak er und ganz Jerusalem mit ihm. 4 Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und forschte sie aus, wo der Messias geboren werden solle. 5 Sie antworteten ihm: In Betlehem in Judäa. Denn so steht beim Propheten geschrieben: 6 Du, Betlehem im Land Juda, bist keineswegs die geringste unter den führenden Städten Judas; denn aus dir wird ein Herrscher hervorgehen, der mein Volk Israel weiden wird.
(Serm. 374. 2. 373. 4.) Der Stern, der die Magier zu der Stelle führte, wo das göttliche Kind mit seiner jungfräulichen Mutter war, hätte sie geradewegs zur Stadt führen können; aber er verschwand und zeigte sich ihnen nicht wieder, bis die Juden selbst ihnen den Ort gesagt hatten, wo Christus geboren werden sollte: Bethlehem in Judäa. Darin gleicht er denen, die die Arche für Noah bauten und anderen eine Zuflucht bereiteten, selbst aber in der Flut umkamen; oder den Steinen am Weg, die die Meilen anzeigen, selbst aber sich nicht bewegen können. Die Fragenden hörten und gingen fort; die Lehrer sprachen und blieben stehen. Auch jetzt zeigen uns die Juden etwas Ähnliches; denn einige Heiden, wenn ihnen klare Schriftstellen gezeigt werden, die von Christus weissagen, und sie vermuten, dass sie von den Christen gefälscht seien, nehmen ihre Zuflucht zu jüdischen Abschriften. So lassen sie die Juden unfruchtbar lesen und gehen selbst hin, um gläubig zu werden.