
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 19
10 Da sagten die Jünger zu ihm: Wenn die Sache des Mannes gegenüber der Frau so steht, dann ist es nicht gut zu heiraten. 11 Er sagte zu ihnen: Nicht alle fassen dieses Wort, sondern nur die, denen es gegeben ist. 12 Denn es gibt Verschnittene, die vom Mutterleib an so geboren sind, und es gibt Verschnittene, die von den Menschen verschnitten wurden, und es gibt Verschnittene, die sich selbst verschnitten haben um des Himmelreichs willen. Wer es fassen kann, der fasse es!
Wenn Er sagt: die sich selbst zu Eunuchen gemacht haben, meint Er nicht das Abschneiden von Gliedern, sondern das Ablegen böser Gedanken. Denn wer ein Glied abschneidet, steht unter einem Fluch, denn ein solcher unternimmt die Taten von Mördern und öffnet den Manichäern die Tür, die die Schöpfung verachten und dieselben Glieder abschneiden wie die Heiden. Denn Glieder abzuschneiden stammt von der Versuchung der Dämonen. Aber durch die Mittel, von denen wir gesprochen haben, wird die Begierde nicht vermindert, sondern dringlicher gemacht; denn sie hat ihre Quelle anderswo, und hauptsächlich in einem schwachen Vorsatz und einem ungeschützten Herzen. Denn wenn das Herz gut regiert wird, besteht keine Gefahr von den natürlichen Regungen; noch bringt die Amputation eines Gliedes solche Ruhe und Freiheit von Versuchung wie ein Zaum für die Gedanken.