
Hilarius von Poitiers
Catena Aurea · Matthäusevangelium 18
1 In jener Stunde kamen die Jünger mit der Frage zu Jesus: Wer ist der Größte im Himmelreich? 2 Da rief er ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte 3 und sagte: Amen, ich sage euch, wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen. 4 Wer sich so klein macht wie dieses Kind, der ist der Größte im Himmelreich. 5 Und wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf. 6 Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zur Sünde verführt, für den wäre es besser, wenn ihm ein Mühlstein um den Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde.
Mystisch: Das Werk der Mühle ist eine Mühsal der Blindheit, denn die Tiere werden mit geschlossenen Augen im Kreis getrieben, und unter dem Bild des Esels finden wir oft die Heiden dargestellt, die in der Unwissenheit blinder Arbeit gehalten werden; während die Juden den Weg der Erkenntnis im Gesetz vor sich haben, für die es, wenn sie Christi Aposteln Ärgernis geben, besser wäre, dass sie mit an den Hals gebundenen Mühlstein im Meer ertränkt würden, das heißt, unter Mühsal und in den Tiefen der Unwissenheit wie die Heiden gehalten würden; denn es wäre besser für sie, dass sie Christus nie gekannt hätten, als dass sie den Herrn der Propheten nicht aufgenommen hätten.