
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 18
1 In jener Stunde kamen die Jünger mit der Frage zu Jesus: Wer ist der Größte im Himmelreich? 2 Da rief er ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte 3 und sagte: Amen, ich sage euch, wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen. 4 Wer sich so klein macht wie dieses Kind, der ist der Größte im Himmelreich. 5 Und wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf. 6 Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zur Sünde verführt, für den wäre es besser, wenn ihm ein Mühlstein um den Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde.
So litten sie eine menschliche Leidenschaft, was der Evangelist bezeichnet, indem er sagt: Zu derselben Zeit kamen die Jünger zu Jesus und sprachen: Wer, bitte, ist der Größte im Himmelreich? Beschämt, das Gefühl zu zeigen, das in ihnen wirkte, sagen sie nicht offen: Warum hast du Petrus vor uns geehrt? sondern sie fragen allgemein: Wer ist der Größte? Als sie bei der Verklärung drei ausgezeichnet sahen, nämlich Petrus, Jakobus und Johannes, hatten sie kein solches Gefühl; aber jetzt, da einer für eine besondere Ehre ausgewählt wird, sind sie betrübt. Doch bedenke erstens, dass es nichts in dieser Welt war, was sie suchten; und zweitens, dass sie später dieses Gefühl ablegten? Selbst ihre Fehler sind über uns, deren Frage nicht lautet: Wer ist der Größte im Himmelreich? sondern: Wer ist der Größte im Reich der Welt?