
Hieronymus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 17
14 Als sie zur Volksmenge kamen, trat ein Mann auf ihn zu, warf sich vor ihm auf die Knie 15 und sagte: Herr, erbarme dich meines Sohnes; denn er ist mondsüchtig und hat schwer zu leiden. Oft fällt er nämlich ins Feuer und oft ins Wasser. 16 Ich habe ihn (schon) zu deinen Jüngern gebracht, aber sie vermochten ihn nicht zu heilen. 17 Da erwiderte Jesus: O du ungläubiges und verkehrtes Geschlecht! Wie lange noch muss ich bei euch sein? Wie lange muss ich euch noch ertragen? Bringt ihn her zu mir! 18 Jesus herrschte ihn an, da fuhr der Dämon von ihm aus und von jener Stunde an war der Junge geheilt.
Nicht dass wir denken müssen, Er sei von Überdruss an ihnen überwältigt worden und der Sanftmütige und Milde sei in Worte des Zorns ausgebrochen, sondern wie ein Arzt, der den Kranken gegen seine Anweisungen handeln sieht, sagen würde: Wie lange soll ich dein Zimmer aufsuchen? Wie lange meine Kunst verschwenden, während ich das eine verordne und du das andere tust? Dass es die Sünde ist und nicht der Mensch, auf den Er zürnt, und dass Er in der Person dieses einen Menschen die Juden des Unglaubens überführt, ist klar aus dem, was Er hinzufügt: Bringt ihn zu mir.