
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 17
10 Da fragten ihn die Jünger: Warum sagen denn die Schriftgelehrten, zuerst müsse Elija kommen? 11 Er antwortete: Gewiss, Elija kommt und wird alles wiederherstellen. 12 Ich sage euch aber: Elija ist schon gekommen, doch sie haben ihn nicht erkannt, sondern mit ihm gemacht, was sie wollten. Das Gleiche wird auch der Menschensohn durch sie erleiden. 13 Da verstanden die Jünger, dass er zu ihnen von Johannes dem Täufer sprach.
(Hom. lvii.) Die Jünger wussten nicht aus den Schriften vom Kommen des Elias; aber die Schriftgelehrten machten es ihnen bekannt; und diese Kunde war unter dem unwissenden Volk verbreitet, wie auch die über Christus. Doch die Schriftgelehrten erklärten das Kommen Christi und des Elias nicht, wie sie es hätten tun sollen. Denn die Schriften sprechen von zwei Kommen Christi; dem, das stattgefunden hat, und dem, das noch bevorsteht. Die Schriftgelehrten aber, die das Volk verblendeten, sprachen zu ihnen nur von Seinem zweiten Kommen und sagten: Wenn dieser der Christus ist, dann hätte Elias vor Ihm kommen müssen. Christus löst so die Schwierigkeit: Er antwortete und sprach: Elias wird wahrlich kommen und alles wiederherstellen; aber ich sage euch, dass Elias schon gekommen ist. Denkt nicht, dass hier ein Widerspruch in Seiner Rede ist, wenn Er zuerst sagt, dass Elias kommen wird, und dann, dass er gekommen ist. Denn wenn Er sagt, dass Elias kommen und alles wiederherstellen wird, spricht Er von Elias selbst in seiner eigenen Person, der wahrlich alles wiederherstellen wird, indem er den Unglauben der Juden korrigieren wird, die dann zu finden sein werden; und das ist die Hinwendung der Herzen der Väter zu den Kindern, das heißt, der Herzen der Juden zu den Aposteln.