Remigius von Auxerre
Catena Aurea · Matthäusevangelium 17
1 Nach sechs Tagen nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. 2 Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Angesicht strahlte wie die Sonne, seine Gewänder aber wurden weiß wie das Licht. 3 Da erschienen ihnen Mose und Elija, die mit ihm redeten. 4 Petrus nahm das Wort und sagte zu Jesus: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, dir eine, Mose eine und Elija eine.
Als der Herr im Begriff war, Seinen Jüngern die Herrlichkeit Seines Glanzes zu zeigen, führte Er sie auf den Berg, wie es folgt: Und Er nahm sie mit sich auf einen hohen Berg allein. Damit lehrt Er, dass es für alle, die Gott anschauen wollen, notwendig ist, dass sie nicht in schwachen Vergnügungen dahinkriechen, sondern durch die Liebe zu den höheren Dingen sich stets zu den himmlischen Dingen erheben; und um Seinen Jüngern zu zeigen, dass sie die Herrlichkeit des göttlichen Glanzes nicht im Abgrund der gegenwärtigen Welt suchen sollen, sondern im Reich der himmlischen Seligkeit. Er führt sie allein, weil die Heiligen von den Gottlosen durch ihre ganze Seele und Hingabe ihres Glaubens getrennt sind und in Zukunft völlig getrennt sein werden; oder weil viele berufen, aber wenige auserwählt sind. Es folgt: Und Er wurde vor ihnen verklärt.