
Hieronymus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 17
1 Nach sechs Tagen nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. 2 Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Angesicht strahlte wie die Sonne, seine Gewänder aber wurden weiß wie das Licht. 3 Da erschienen ihnen Mose und Elija, die mit ihm redeten. 4 Petrus nahm das Wort und sagte zu Jesus: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, dir eine, Mose eine und Elija eine.
So wie Er zur Zeit des Gerichts sein wird, so wurde Er jetzt von den Aposteln gesehen. Niemand soll annehmen, dass Er Seine frühere Gestalt und Züge verlor oder Seine leibliche Wirklichkeit ablegte, indem Er einen geistigen oder ätherischen Leib annahm. Wie Seine Verklärung vollzogen wurde, zeigt der Evangelist, indem er sagt: Und Sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und Seine Kleider wurden weiß wie Schnee. Denn dass Sein Angesicht zu leuchten und Seine Kleider weiß zu werden beschrieben werden, nimmt nicht die Substanz weg, sondern verleiht Herrlichkeit. In Wahrheit wurde der Herr in jene Herrlichkeit verwandelt, in der Er künftig in Seinem Reich kommen wird. Die Verwandlung erhöhte den Glanz, zerstörte aber nicht das Angesicht, obwohl der Leib geistig war; daher wurden auch Seine Kleider verwandelt und wurden so weiß, dass nach dem Ausdruck eines anderen Evangelisten kein Walker auf Erden sie so weiß machen kann. Aber all dies ist Eigenschaft der Materie und Gegenstand der Berührung, nicht des Geistes und ätherisch, eine Illusion, die nur im Schein für das Auge wahrgenommen wird.