
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 16
24 Dann sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. 25 Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren. Wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden.
(Hom. lv.) Petrus hatte gesagt: Das sei ferne von dir, Herr, dies wird dir nicht geschehen; und ihm war geantwortet worden: Weiche hinter mich, Satan; aber der Herr begnügte sich nicht mit diesem Tadel, sondern wollte darüber hinaus die Unangemessenheit jener Dinge zeigen, die Petrus gesagt hatte, und die Frucht seines eigenen Leidens; daher wird hinzugefügt: Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach; das heißt so viel wie: Du sagst zu mir: Das sei ferne von dir; ich aber sage dir, dass es nicht nur für dich schädlich ist, mich von meinem Leiden abzuhalten, sondern dass du selbst nicht gerettet werden kannst, wenn du nicht leidest und stirbst und dein Leben immer verleugnest. Und beachte, dass er nicht davon spricht, als sei es Zwang, denn er sagt nicht: Wenn ihr auch nicht wollt, müsst ihr dies dennoch leiden, sondern: Wenn jemand will. Indem er dies sagt, zieht er sie vielmehr an; denn wer seinen Hörer in Freiheit lässt, zieht ihn mehr an; wer aber Gewalt anwendet, hindert ihn oftmals. Und er legt diese Lehre nicht nur seinen Jüngern vor, sondern gemeinsam der ganzen Welt, indem er sagt: Wenn jemand will, das heißt, wenn eine Frau, wenn ein Mann, wenn ein König, wenn ein Freier, wenn ein Sklave; drei Dinge werden genannt: Er verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.