Origenes
Catena Aurea · Matthäusevangelium 16
22 Da nahm ihn Petrus auf die Seite und fing an, ihm Vorhaltungen zu machen; er sagte: Das verhüte Gott, Herr! Niemals darf dir das widerfahren! 23 Er aber wandte sich um und sagte zu Petrus: Hinweg von mir, Satan! Ein Ärgernis bist du für mich. Denn du denkst nicht die Gedanken Gottes, sondern die der Menschen.
Doch sind die Worte, mit denen Petrus und die, mit denen Satan getadelt wird, nicht, wie gemeinhin angenommen wird, dieselben; zu Petrus wird gesagt: Weiche hinter mich, Satan; das heißt: Folge mir, du, der du meinem Willen entgegen bist; zum Teufel wird gesagt: Geh hinweg, Satan, wobei nicht ‚hinter mich‘, sondern ‚ins ewige Feuer‘ verstanden wird. Er sagte also zu Petrus: Weiche hinter mich, als zu einem, der aus Unwissenheit aufhörte, Christus nachzufolgen. Und er nannte ihn Satan, als einen, der aus Unwissenheit etwas gegen Gott hatte. Selig aber ist der, dem Christus sich zuwendet, auch wenn er sich zuwendet, um ihn zu tadeln. Warum aber sagte er zu Petrus: Du bist mir ein Ärgernis, (Ps. 119,165) wenn im Psalm gesagt wird: Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben, und kein Ärgernis ist ihnen? Es muss geantwortet werden, dass nicht nur Jesus nicht geärgert wird, sondern auch kein Mensch, der vollkommen in der Liebe Gottes ist; und doch kann der, welcher etwas von der Art eines Ärgernisses tut oder spricht, selbst für einen, der nicht geärgert werden kann, ein Ärgernis sein. Oder er kann jeden Jünger, der sündigt, als Ärgernis betrachten, wie Paulus spricht: Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? (2 Kor. 11,29)