Zweites Konzil von Konstantinopel
Catena Aurea · Matthäusevangelium 16
13 Als Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn? 14 Sie antworteten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, andere wieder für Jeremia oder sonst einen der Propheten. 15 Da sprach er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? 16 Da antwortete Simon Petrus: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes. 17 Jesus antwortete ihm: Selig bist du, Simon, Sohn des Jona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. 18 Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen. 19 Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf der Erde binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf der Erde lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.
(Concil. Con. ii. Collat. 8.) Wie kommt es, dass einige zu behaupten wagen, diese Dinge seien nur von den Lebenden gesagt? Wissen sie nicht, dass das Anathema nichts anderes ist als Trennung? Diejenigen sind zu meiden, die schwerer Vergehen schuldig sind, ob sie unter den Lebenden sind oder nicht. Denn es ist immer heilsam, die Gottlosen zu fliehen. Zudem werden verschiedene Briefe des Augustinus, frommen Andenkens, der unter den afrikanischen Bischöfen großen Ruhm genoss, gelesen, die bekräftigten, dass Häretiker sogar nach dem Tod mit dem Anathema belegt werden sollten. (vgl. Aug. Ep. 185. 4.) Eine solche kirchliche Tradition haben auch andere afrikanische Bischöfe bewahrt. Und auch die Heilige Römische Kirche hat einige Bischöfe nach dem Tod mit dem Anathema belegt, obwohl zu ihren Lebzeiten keine Anklage gegen ihren Glauben erhoben worden war.