
Hieronymus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 16
13 Als Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn? 14 Sie antworteten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, andere wieder für Jeremia oder sonst einen der Propheten. 15 Da sprach er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? 16 Da antwortete Simon Petrus: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes. 17 Jesus antwortete ihm: Selig bist du, Simon, Sohn des Jona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. 18 Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen. 19 Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf der Erde binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf der Erde lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.
Bischöfe und Presbyter; die diese Stelle nicht verstehen, maßen sich etwas von den hohen Anmaßungen der Pharisäer an und meinen, sie könnten entweder die Unschuldigen verurteilen oder die Schuldigen freisprechen; während doch vor dem Herrn nicht das Urteil der Priester, sondern das Leben dessen, der gerichtet wird, untersucht werden wird. Wir lesen im Levitikus von den Aussätzigen, wie ihnen befohlen wird, sich den Priestern zu zeigen, und wenn sie den Aussatz haben, werden sie vom Priester für unrein erklärt; nicht dass der Priester sie aussätzig und unrein macht, sondern dass der Priester Kenntnis davon hat, was Aussatz ist und was nicht Aussatz ist, und unterscheiden kann, wer rein und wer unrein ist. So wie dort der Priester den Aussätzigen unrein macht, so bindet oder löst hier der Bischof oder Presbyter nicht die, die ohne Sünde oder Schuld sind, sondern in Ausübung seines Amtes, wenn er die verschiedenen Arten ihrer Sünden gehört hat, weiß er, wer zu binden und wer zu lösen ist.