
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 12
38 Da entgegneten ihm einige der Schriftgelehrten und Pharisäer: Meister, wir wollen von dir ein Zeichen sehen. 39 Er aber erwiderte ihnen: Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht fordert ein Zeichen, aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona. 40 Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Seeungeheuers war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein.
Aber ihre Worte sind voller Heuchelei und Ironie. Jetzt aber schmähten sie ihn und sagten, er habe einen Dämon; jetzt schmeicheln sie ihm und nennen ihn „Meister“. Deshalb tadelt der Herr sie streng; er antwortete und sprach zu ihnen: „Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht verlangt nach einem Zeichen.“ Als sie ihn schmähten, hatte er ihnen sanft geantwortet; jetzt, da sie sich ihm mit glatten und trügerischen Worten näherten, tadelt er sie scharf; damit zeigt er, dass er über jeder Zuneigung stand und weder durch böse Rede zum Zorn bewegt noch durch Schmeichelei zu gewinnen war. Was er sagt, ist dies: Was Wunder, dass ihr so an mir handelt, der ich euch unbekannt bin, da ihr dasselbe am Vater getan habt, von dem ihr so große Kenntnis hattet, indem ihr ihn verachtetet und den Dämonen nachgingt? Er nennt sie ein böses Geschlecht, weil sie stets undankbar gegen ihre Wohltäter waren und schlimmer wurden, wenn sie Wohltaten empfingen, was das Äußerste an Bosheit ist.