
Hieronymus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 12
38 Da entgegneten ihm einige der Schriftgelehrten und Pharisäer: Meister, wir wollen von dir ein Zeichen sehen. 39 Er aber erwiderte ihnen: Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht fordert ein Zeichen, aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona. 40 Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Seeungeheuers war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein.
Sie verlangen ein Zeichen von ihm, als ob das, was sie gesehen hatten, keine Zeichen wären; und bei einem anderen Evangelisten wird das, was sie verlangten, vollständiger ausgedrückt: „Wir wollen ein Zeichen vom Himmel von dir sehen.“ Entweder wollten sie Feuer vom Himmel wie Elias; oder nach dem Beispiel Samuels wollten sie, dass zur Sommerzeit, entgegen der Natur des Klimas, Donner gehört, Blitze gezuckt und Regen herabgefallen wäre; als ob sie nicht sogar gegen solche Wunder hätten lästern und sagen können, sie geschähen wegen verschiedener verborgener Bewegungen in der Luft. Denn wenn du gegen das, was du nicht nur mit eigenen Augen siehst, sondern mit eigener Hand fühlst und dessen Nutzen du erntest, Winkelzüge machst, was wirst du bei jenen Dingen tun, die vom Himmel herabkommen? Du könntest antworten, dass auch in Ägypten die Magier viele Zeichen vom Himmel gegeben hätten.