
Hilarius von Poitiers
Catena Aurea · Matthäusevangelium 12
33 Entweder nehmt an: Der Baum ist gut, dann ist auch seine Frucht gut. Oder nehmt an: Der Baum ist schlecht, dann ist auch seine Frucht schlecht; denn an der Frucht erkennt man den Baum. 34 Ihr Natternbrut, wie könnt ihr Gutes reden, wenn ihr böse seid? Denn wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund. 35 Der gute Mensch holt aus dem guten Schatz Gutes hervor und der böse Mensch holt aus dem bösen Schatz Böses hervor.
So widerlegte Er damals die Juden, die, obwohl sie sahen, dass Christi Werke von mehr als menschlicher Kraft waren, dennoch nicht die Hand Gottes zulassen wollten. Und zugleich überführt Er alle zukünftigen Irrtümer des Glaubens, wie die derer, die dem Herrn seine Göttlichkeit und die Gemeinschaft mit der Substanz des Vaters nehmen und in verschiedene Häresien gefallen sind; die ihre Wohnung weder unter dem Vorwand der Unwissenheit wie die Heiden noch innerhalb der Erkenntnis der Wahrheit haben. Er stellt sich selbst als einen Baum dar, der im Leib gepflanzt ist, da durch die innere Fruchtbarkeit seiner Kraft reiche Fülle an Früchten hervorsprosste. Daher muss entweder ein guter Baum mit guten Früchten oder ein böser Baum mit bösen Früchten gemacht werden; nicht dass ein guter Baum zu einem bösen Baum gemacht werden soll oder umgekehrt; sondern dass wir in dieser Metapher verstehen, dass Christus entweder in Unfruchtbarkeit belassen oder in der Fruchtbarkeit guter Werke festgehalten werden soll. Aber sich neutral zu verhalten, Christus einige Dinge zuzuschreiben, ihm aber die höchsten Dinge zu verweigern, ihn als Gott anzubeten und ihm doch eine gemeinsame Substanz mit dem Vater abzusprechen, ist Lästerung gegen den Geist. In Bewunderung seiner so großen Werke wagt ihr nicht, den Namen Gottes wegzunehmen, doch durch Bosheit der Seele erniedrigt ihr seine hohe Natur, indem ihr seine Teilhabe an der Substanz des Vaters leugnet.