
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 12
33 Entweder nehmt an: Der Baum ist gut, dann ist auch seine Frucht gut. Oder nehmt an: Der Baum ist schlecht, dann ist auch seine Frucht schlecht; denn an der Frucht erkennt man den Baum. 34 Ihr Natternbrut, wie könnt ihr Gutes reden, wenn ihr böse seid? Denn wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund. 35 Der gute Mensch holt aus dem guten Schatz Gutes hervor und der böse Mensch holt aus dem bösen Schatz Böses hervor.
(Serm. 72. 1.) Oder dies ist eine Ermahnung an uns selbst, dass wir gute Bäume sein sollen, damit wir gute Frucht bringen können; Macht den Baum gut und seine Frucht gut, ist ein Gebot der Gesundheit, dem Gehorsam notwendig ist. Aber was Er sagt: Macht den Baum verdorben und seine Frucht verdorben, ist kein Befehl zu tun, sondern eine Warnung, aufzupassen, gesprochen gegen die, die böse waren und dachten, sie könnten Gutes reden oder gute Werke haben; dies erklärt der Herr für unmöglich. Der Mensch muss zuerst verändert werden, damit seine Werke verändert werden; denn wenn der Mensch in dem bleibt, worin er böse ist, kann er keine guten Werke haben; wenn er in dem bleibt, worin er gut ist, kann er keine bösen Werke haben. Christus fand uns alle als verdorbene Bäume, aber gab denen, die an seinen Namen glauben, die Macht, Kinder Gottes zu werden.