
Hilarius von Poitiers
Catena Aurea · Matthäusevangelium 11
16 Mit wem soll ich dieses Geschlecht vergleichen? Kindern gleicht es, die auf den Marktplätzen sitzen und den anderen zurufen: 17 Wir haben euch mit Flöten aufgespielt und ihr habt nicht getanzt! Wir haben Klagelieder gesungen und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen! 18 Denn Johannes ist gekommen. Er aß nicht und trank nicht. Da sagen sie: Er hat einen Dämon. 19 Der Menschensohn ist gekommen. Er isst und trinkt. Da sagen sie: Seht den Schlemmer und Trinker, den Freund von Zöllnern und Sündern! Und doch empfing die Weisheit aus den von ihr bewirkten Taten ihre Rechtfertigung.
Er ist die Weisheit selbst nicht durch seine Taten, sondern durch seine Natur. Viele weichen zwar jenem Wort des Apostels aus, Christus ist die Weisheit und Kraft Gottes, (1 Kor. 1:24) indem sie sagen, dass wahrhaftig bei der Erschaffung von ihm aus einer Jungfrau die Weisheit und Kraft Gottes mächtig gezeigt wurden. (z. B. Paul von Samosata usw.) Damit dies also nicht so erklärt werde, nennt er sich selbst die Weisheit Gottes und zeigt, dass er es wahrhaftig war, und nicht die Taten, die sich auf ihn beziehen, von denen dies gemeint war. Denn die Kraft selbst und die Wirkung jener Kraft sind nicht dasselbe; das Wirkende wird aus der Tat erkannt.