
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 11
16 Mit wem soll ich dieses Geschlecht vergleichen? Kindern gleicht es, die auf den Marktplätzen sitzen und den anderen zurufen: 17 Wir haben euch mit Flöten aufgespielt und ihr habt nicht getanzt! Wir haben Klagelieder gesungen und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen! 18 Denn Johannes ist gekommen. Er aß nicht und trank nicht. Da sagen sie: Er hat einen Dämon. 19 Der Menschensohn ist gekommen. Er isst und trinkt. Da sagen sie: Seht den Schlemmer und Trinker, den Freund von Zöllnern und Sündern! Und doch empfing die Weisheit aus den von ihr bewirkten Taten ihre Rechtfertigung.
(Quæst. Ev. ii. 11.) Oder: Die Weisheit ist gerechtfertigt von ihren Kindern, weil die heiligen Apostel verstanden, dass das Reich Gottes nicht in Speise und Trank besteht, sondern im geduldigen Ertragen; solche Menschen werden weder durch Überfluss erhoben noch durch Mangel niedergedrückt, sondern wie Paulus sprach: Ich weiß, Überfluss zu haben und Mangel zu leiden. (Phil. 4:12)