
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 11
16 Mit wem soll ich dieses Geschlecht vergleichen? Kindern gleicht es, die auf den Marktplätzen sitzen und den anderen zurufen: 17 Wir haben euch mit Flöten aufgespielt und ihr habt nicht getanzt! Wir haben Klagelieder gesungen und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen! 18 Denn Johannes ist gekommen. Er aß nicht und trank nicht. Da sagen sie: Er hat einen Dämon. 19 Der Menschensohn ist gekommen. Er isst und trinkt. Da sagen sie: Seht den Schlemmer und Trinker, den Freund von Zöllnern und Sündern! Und doch empfing die Weisheit aus den von ihr bewirkten Taten ihre Rechtfertigung.
Er sagt also: Jesus kam, was so viel heißt wie: Ich und Johannes kamen auf entgegengesetzten Wegen, um dasselbe zu tun; wie zwei Jäger, die dasselbe Tier von entgegengesetzten Seiten verfolgen, damit es einem von ihnen in die Hände falle. Aber die ganze Menschheit bewundert das Fasten und die Strenge des Lebens; und aus diesem Grund wurde von seiner Kindheit an angeordnet, dass Johannes so erzogen würde, damit den Dingen, die er sagen sollte, Glauben geschenkt würde. Der Herr ging auch diesen Weg, als er vierzig Tage fastete; aber er hatte andere Mittel, die Menschen zu lehren, Vertrauen zu ihm zu haben; denn es war eine viel größere Sache, dass Johannes, der diesen Weg gegangen war, Zeugnis für ihn ablegte, als dass er selbst diesen Weg ging. Wiederum hatte Johannes nichts vorzuweisen außer seinem Leben und seiner Gerechtigkeit; Christus aber hatte auch das Zeugnis seiner Wunder. Indem er also Johannes die Darstellung des Fastens überließ, ging er selbst den entgegengesetzten Weg, indem er an den Tisch der Zöllner trat und mit ihnen aß und trank.