
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 11
16 Mit wem soll ich dieses Geschlecht vergleichen? Kindern gleicht es, die auf den Marktplätzen sitzen und den anderen zurufen: 17 Wir haben euch mit Flöten aufgespielt und ihr habt nicht getanzt! Wir haben Klagelieder gesungen und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen! 18 Denn Johannes ist gekommen. Er aß nicht und trank nicht. Da sagen sie: Er hat einen Dämon. 19 Der Menschensohn ist gekommen. Er isst und trinkt. Da sagen sie: Seht den Schlemmer und Trinker, den Freund von Zöllnern und Sündern! Und doch empfing die Weisheit aus den von ihr bewirkten Taten ihre Rechtfertigung.
(Cont. Faust. xvi. 31.) Ich wünschte, die Manichäer würden mir sagen, was Christus aß und trank, der hier von sich selbst sagt, er esse und trinke im Vergleich zu Johannes, der weder das eine noch das andere tat. Nicht dass Johannes überhaupt nichts trank, sondern dass er weder Wein noch starkes Getränk trank – sondern nur Wasser. Nicht dass er ganz auf Nahrung verzichtete, sondern dass er nur Heuschrecken und wilden Honig aß. Woher also wird von ihm gesagt, er sei gekommen, ohne zu essen und zu trinken, außer dass er nicht jene Nahrung zu sich nahm, die die Juden aßen? Wenn also der Herr nicht diese Nahrung zu sich genommen hätte, wäre nicht gesagt worden, er esse und trinke im Vergleich zu Johannes. Es wäre seltsam, dass der, der Heuschrecken und Honig aß, gesagt würde, er komme, ohne zu essen und zu trinken, und dass der, der nur Brot und Kräuter aß, gesagt würde, er komme, esse und trinke.