
Hilarius von Poitiers
Catena Aurea · Matthäusevangelium 10
11 Kommt ihr in eine Stadt oder ein Dorf, so fragt, wer es wert ist (, euch zu empfangen). Dort bleibt, bis ihr weiterwandert. 12 Wenn ihr in ein Haus eintretet, so bietet ihm den Gruß. 13 Und wenn das Haus er wert ist, so soll euer Friede in ihm einkehren; ist es aber nicht wert, so soll euer Friede zu euch zurückkehren. 14 Wenn man euch nicht aufnimmt und euere Worte nicht hören will, so verlasst jenes Haus oder jene Stadt und schüttelt den Staub von eueren Füßen. 15 Amen, ich sage euch: Dem Gebiet von Sodom und Gomorra wird es am Tag des Gerichts erträglicher ergehen als jener Stadt.
Im übertragenen Sinn lehrt uns der Herr, nicht in die Häuser derer einzutreten oder sich mit denen bekannt zu machen, die Christus verfolgen oder Ihn nicht kennen; und in jeder Stadt zu erkunden, wer unter ihnen würdig ist, d. h. wo es eine Kirche gibt, in der Christus wohnt; und nicht zu einer anderen weiterzugehen, weil dieses Haus würdig ist, dieser Gastgeber unser rechter Gastgeber ist. Aber es würde viele von den Juden geben, die dem Gesetz so wohlgesinnt wären, dass sie, obwohl sie an Christus glaubten, weil sie seine Werke bewunderten, dennoch in den Werken des Gesetzes verharren würden; und andere wiederum, die, begierig, die Freiheit zu erproben, die in Christus ist, sich bereit erklärten, das Gesetz um des Evangeliums willen zu verlassen; viele auch würden durch verkehrtes Verständnis in die Häresie abgezogen werden. Und da alle diese fälschlich behaupten würden, dass nur bei ihnen die katholische Wahrheit sei, müssen wir mit großer Vorsicht das Haus, d. h. die Kirche, ausfindig machen.