Pseudo-Augustinus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 1
19 Da aber Josef, ihr Mann, gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, gedachte er, sie im Stillen zu entlassen.
(Serm. in App. s. 195.) Josef, der verstand, dass Maria schwanger war, ist verwirrt, dass es so mit der stehen sollte, die er aus dem Tempel des Herrn empfangen und noch nicht erkannt hatte, und beschloss bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Soll ich es verkünden oder soll ich es übersehen? Wenn ich es verkünde, so stimme ich zwar nicht dem Ehebruch zu, aber ich verfalle der Schuld der Grausamkeit, denn nach dem Gesetz des Mose muss sie gesteinigt werden. Wenn ich es übersehe, so stimme ich dem Verbrechen zu und habe meinen Anteil mit den Ehebrechern. Da es also ein Übel ist, die Sache zu übersehen, und schlimmer, den Ehebruch zu verkünden, will ich sie entlassen, dass sie nicht meine Frau sei.