Pseudo-Augustinus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 1
16 Jakob zeugte Josef, den Mann Marias, von der Jesus geboren wurde, der Christus genannt wird.
(Vigil. Cont. Fel. 12. ap. Aug. t. 8. p. 45.) Aber nicht einer war der Sohn Gottes und ein anderer der Sohn eines Menschen; sondern derselbe Christus war der Sohn sowohl Gottes als auch des Menschen. Und wie in einem Menschen die Seele eines und der Leib ein anderes ist, so war im Mittler zwischen Gott und Mensch der Sohn Gottes eines und der Sohn des Menschen ein anderes; doch aus beiden zusammen war einer Christus der Herr. Zwei in Unterscheidung der Substanz, einer in Einheit der Person. Aber der Häretiker wendet ein: „Wie kannst du lehren, dass er in der Zeit geboren wurde, von dem du sagst, er sei vorher gleich ewig mit seinem Vater? Denn Geburt ist gleichsam eine Bewegung eines Dinges, das noch nicht ist, bevor es geboren wird, und bewirkt dies, dass es durch die Wohltat der Geburt ins Dasein kommt. Daraus wird geschlossen, dass der, der im Dasein war, nicht geboren werden kann; wenn er geboren werden konnte, war er nicht im Dasein.“ (Darauf wird von Augustinus geantwortet:) Stellen wir uns vor, wie viele es wollen, dass das Universum eine allgemeine Seele hat, die durch eine unsagbare Bewegung allen Samen Leben gibt, so dass sie selbst nicht mit den Dingen vermischt wird, die sie hervorbringt. Wenn diese dann in den Schoß übergeht, um leidensfähige Materie zu ihrem eigenen Gebrauch zu formen, macht sie die Person jenes Dinges mit sich eins, von dem klar ist, dass es nicht dieselbe Substanz hat. Und so, da die Seele aktiv und die Materie passiv ist, wird aus zwei Substanzen ein Mensch, wobei Seele und Fleisch unterschieden sind; so ist es, dass unser Bekenntnis lautet, dass jene Seele aus dem Schoß geboren wird, von der wir sagen, dass sie beim Kommen in den Schoß dem Empfangenen Leben verliehen hat. Er, sage ich, wird von seiner Mutter geboren genannt, der sich aus ihr einen Leib formte, in dem er geboren werden konnte; nicht als ob, bevor er geboren wurde, seine Mutter, soweit es ihn betraf, nicht im Dasein gewesen wäre. In gleicher Weise, ja in noch unbegreiflicherer und erhabenerer Weise, wurde der Sohn Gottes geboren, indem er vollkommene Menschheit von seiner Mutter annahm. Er, der durch seine einzigartige allmächtige Kraft die Ursache dafür ist, dass alle Dinge, die geboren werden, geboren werden.