
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Markusevangelium 9
43 Wenn dich deine Hand zum Bösen verführt, dann haue sie ab; besser ist es für dich, verstümmelt ins Leben einzugehen, als mit beiden Händen in die Hölle zu fahren, in das unauslöschliche Feuer 44 [wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt]. 45 Und wenn dich dein Fuß zum Bösen verführt, dann haue ihn ab; es ist besser, hinkend ins Leben einzugehen, als mit beiden Füßen in die Hölle geworfen zu werden 46 [wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt]. 47 Und wenn dich dein Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus; es ist besser, einäugig in das Reich Gottes einzugehen, als mit beiden Augen in die Hölle geworfen zu werden, 48 wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt. 49 Denn jeder wird mit Feuer gesalzen werden. 50 Das Salz ist etwas Gutes. Wenn aber das Salz schal wird, womit wollt ihr es wieder kräftig machen? Habt Salz in euch und haltet Frieden untereinander.
(de Con. Evan. 4. 6) Hier zeigt sich wahrlich, dass diejenigen, die Werke der Hingabe im Namen Christi tun, noch bevor sie sich der Gemeinschaft der Christen angeschlossen und in den christlichen Sakramenten gewaschen wurden, nützlicher sind als diejenigen, die, obwohl sie bereits den Namen von Christen tragen, durch ihre Lehre ihre Anhänger mit sich in die ewige Strafe ziehen; die er auch unter dem Namen von Gliedern des Leibes, als ein ärgerndes Auge oder eine ärgernde Hand, befiehlt, vom Leib, das heißt von der Gemeinschaft der Einheit selbst, abzureißen, damit wir lieber ohne sie zum ewigen Leben gelangen, als mit ihnen in die Hölle gehen. Aber die Trennung derer, die sich von ihnen trennen, besteht gerade darin, dass sie ihnen nicht nachgeben, wenn sie sie zum Bösen überreden wollen, das heißt sie ärgern. Wenn freilich ihre Bosheit allen guten Menschen, mit denen sie verbunden sind, bekannt wird, werden sie gänzlich von aller Gemeinschaft und sogar von der Teilnahme an den himmlischen Sakramenten abgeschnitten. Wenn sie jedoch nur der kleineren Zahl bekannt sind, während ihre Bosheit der Allgemeinheit unbekannt ist, sind sie so zu dulden, dass wir nicht einwilligen, uns ihrer Ungerechtigkeit anzuschließen, und dass die Gemeinschaft der Guten um ihretwillen nicht verlassen wird.