Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Markusevangelium 9
38 Da sagte Johannes zu ihm: Meister, wir sahen einen in deinem Namen Dämonen austreiben und wir wollten ihn daran hindern, weil er uns nicht nachfolgt. 39 Jesus aber sagte: Hindert ihn nicht; denn niemand, der in meinem Namen Wunder wirkt, kann so bald schlecht von mir reden. 40 Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns. 41 Wer euch einen Becher Wasser zu trinken reicht, weil ihr dem Messias angehört -- Amen, ich sage euch: er wird nicht um seinen Lohn kommen. 42 Wer einen dieser Kleinen, die glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn ihm ein Mühlstein um den Hals gehängt und er ins Meer geworfen würde.
(Vict. Ant. e Cat. in Marc.) Und damit niemand Armut vorschützen kann, erwähnt er das, woran niemand Mangel leiden kann, nämlich einen Becher kalten Wassers, wofür er auch einen Lohn erhalten wird; denn nicht der Wert der Gabe, sondern die Würde der Empfänger und die Gesinnung des Gebers machen ein Werk lohnenswert. Seine Worte zeigen, dass seine Jünger nicht nur wegen des Lohnes aufgenommen werden sollen, den der Aufnehmende erhält, sondern auch, weil er sich dadurch vor Strafe rettet. Daher folgt: Und wer einen dieser Kleinen, die an mich glauben, ärgert, für den wäre es besser, dass ein Mühlstein um seinen Hals gehängt und er ins Meer geworfen würde: als wollte er sagen: Alle, die euch um meinetwillen ehren, haben ihren Lohn, so werden auch die, die euch entehren, das heißt ärgern, die schlimmste Vergeltung empfangen. Ferner beschreibt er aus Dingen, die uns greifbar sind, eine unerträgliche Qual, indem er einen Mühlstein und das Ertränktwerden erwähnt; und er sagt nicht: „Ein Mühlstein werde ihm um den Hals gehängt“, sondern: „Es wäre besser für ihn, dies zu erleiden“, und zeigt damit, dass ihm ein noch schwereres Übel bevorsteht. Mit den Kleinen, die an mich glauben, meint er aber nicht nur die, die ihm folgen, sondern auch die, die seinen Namen anrufen, und auch die, die einen Becher kalten Wassers reichen, obwohl sie keine größeren Werke tun. Nun will er nicht, dass einer von diesen geärgert oder losgerissen wird; denn das bedeutet es, ihnen zu verbieten, seinen Namen anzurufen.