
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Markusevangelium 9
38 Da sagte Johannes zu ihm: Meister, wir sahen einen in deinem Namen Dämonen austreiben und wir wollten ihn daran hindern, weil er uns nicht nachfolgt. 39 Jesus aber sagte: Hindert ihn nicht; denn niemand, der in meinem Namen Wunder wirkt, kann so bald schlecht von mir reden. 40 Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns. 41 Wer euch einen Becher Wasser zu trinken reicht, weil ihr dem Messias angehört -- Amen, ich sage euch: er wird nicht um seinen Lohn kommen. 42 Wer einen dieser Kleinen, die glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn ihm ein Mühlstein um den Hals gehängt und er ins Meer geworfen würde.
(de Con. Evan. 4. 6) Damit zeigt er, dass der, von dem Johannes gesprochen hatte, nicht so weit von der Gemeinschaft der Jünger getrennt war, dass er sie als Häretiker ablehnte, sondern wie Menschen gewöhnlich zögern, die Sakramente Christi zu empfangen, und dennoch den christlichen Namen begünstigen, so dass sie sogar Christen unterstützen und ihnen nur deshalb dienen, weil sie Christen sind. Von diesen sagt er, sie werden ihren Lohn nicht verlieren; nicht dass sie sich schon wegen dieses guten Willens gegenüber Christen sicher fühlen sollten, ohne mit seiner Taufe gewaschen und in seine Einheit eingegliedert zu sein, sondern dass sie schon so von der Barmherzigkeit Gottes geführt werden, dass sie auch diese erlangen und so in Sicherheit aus diesem Leben scheiden.