Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Markusevangelium 14
53 Darauf führten sie Jesus zum Hohenpriester und alle Hohenpriester und Ältesten und Schriftgelehrten kamen zusammen. 54 Petrus aber war ihm von weitem gefolgt, bis in den Hof des Hohenpriesters hinein; er saß bei den Dienern und wärmte sich am Feuer. 55 Die Hohenpriester und der ganze Hohe Rat suchten Zeugenaussagen gegen Jesus, um ihn zum Tod verurteilen zu können, fanden aber nichts. 56 Denn viele machten zwar falsche Aussagen über ihn, aber die Aussagen stimmten nicht überein. 57 Da traten einige mit falschen Aussagen vor und behaupteten: 58 Wir haben ihn sagen hören: Ich werde diesen Tempel, der mit Händen errichtet ist, niederreißen und in drei Tagen einen anderen aufbauen, der nicht mit Händen gemacht ist. 59 Aber auch dabei stimmte ihre Aussage nicht überein.
Obwohl das Gesetz gebot, dass es nur einen Hohenpriester geben sollte, wurden damals viele in das Amt eingesetzt und Jahr für Jahr vom römischen Kaiser wieder entlassen. Er nennt daher jene Hohenpriester, die die ihnen zugewiesene Zeit beendet hatten und ihres Priestertums beraubt worden waren. Aber ihre Handlungen sind ein Zeichen ihres Urteils, das sie sich zuzogen, wie sie vorher geurteilt hatten, denn sie suchten ein Zeugnis, damit sie Jesus mit Gerechtigkeit zu verurteilen und zu vernichten schienen.