Beda Venerabilis
Catena Aurea · Markusevangelium 14
53 Darauf führten sie Jesus zum Hohenpriester und alle Hohenpriester und Ältesten und Schriftgelehrten kamen zusammen. 54 Petrus aber war ihm von weitem gefolgt, bis in den Hof des Hohenpriesters hinein; er saß bei den Dienern und wärmte sich am Feuer. 55 Die Hohenpriester und der ganze Hohe Rat suchten Zeugenaussagen gegen Jesus, um ihn zum Tod verurteilen zu können, fanden aber nichts. 56 Denn viele machten zwar falsche Aussagen über ihn, aber die Aussagen stimmten nicht überein. 57 Da traten einige mit falschen Aussagen vor und behaupteten: 58 Wir haben ihn sagen hören: Ich werde diesen Tempel, der mit Händen errichtet ist, niederreißen und in drei Tagen einen anderen aufbauen, der nicht mit Händen gemacht ist. 59 Aber auch dabei stimmte ihre Aussage nicht überein.
(ubi sup.) Denn die Liebe ist das Feuer, von dem gesagt wird: Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu senden, (Lk 12:49) welche Flamme, auf die Gläubigen herabkommend, sie lehrte, mit verschiedenen Zungen das Lob des Herrn zu sprechen. Es gibt auch ein Feuer der Habgier, von dem gesagt wird: Sie sind alle Ehebrecher wie ein Ofen; (Hos 7:4) dieses Feuer, im Saal des Kaiphas durch die Eingebung eines bösen Geistes entfacht, bewaffnete die Zungen der Verräter, den Herrn zu verleugnen und zu lästern. Denn das im Saal mitten in der Kälte der Nacht entzündete Feuer war ein Sinnbild dessen, was die gottlose Versammlung drinnen tat; denn wegen der überhandnehmenden Ungerechtigkeit erkaltet die Liebe vieler. Petrus, der eine Zeit lang von dieser Kälte betäubt war, wünschte gleichsam, sich an den Kohlen der Diener des Kaiphas zu wärmen, weil er in der Gesellschaft der Verräter den Trost weltlichen Komforts suchte. Es geht weiter: Und die Hohenpriester und der ganze Rat suchten Zeugnis gegen Jesus, um ihn zu töten. (Mt 24:12)