
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Markusevangelium 14
3 Als er in Betanien im Hause Simons des Aussätzigen zu Tisch lag, kam eine Frau mit einem Alabastergefäß voll echter, kostbarer Nardensalbe, zerbrach das Gefäß und goss es über sein Haar. 4 Aber einige sagten unwillig zueinander: Wozu diese Verschwendung des Salböls? 5 Man hätte das Öl für mehr als dreihundert Denare verkaufen und den Erlös den Armen geben können. Und sie schalten sie. 6 Jesus aber sagte: Lasst sie! Was kränkt ihr sie? Sie hat eine gute Tat an mir getan. 7 Denn Arme habt ihr ja allezeit bei euch und könnt ihnen Gutes tun, sooft ihr wollt; mich aber habt ihr nicht allezeit. 8 Was sie vermochte, hat sie getan; sie hat im voraus meinen Leib zum Begräbnis gesalbt. 9 Amen, ich sage euch: Wo immer auf der ganzen Welt das Evangelium verkündet wird, da wird auch zu ihrem Gedächtnis erzählt werden, was sie getan hat.
(de Con. Evan. ii. 79) Ich jedoch denke, dass nichts anderes gemeint sein kann, als dass die Sünderin, die damals zu den Füßen Jesu kam, keine andere war als dieselbe Maria, die dies zweimal tat; einmal, wie Lukas berichtet, als sie zum ersten Mal mit Demut und Tränen kam und die Vergebung ihrer Sünden verdiente. Denn auch Johannes berichtet dies, als er begann, von der Auferweckung des Lazarus zu sprechen, bevor Er nach Bethanien kam, und sagte: Es war jene Maria, die den Herrn mit Salböl salbte und seine Füße mit ihrem Haar trocknete, deren Bruder Lazarus krank war. (Joh 11,2) Was sie aber wiederum in Bethanien tat, ist eine andere Handlung, die von Lukas nicht aufgezeichnet, aber in gleicher Weise von den anderen drei Evangelisten erwähnt wird. Wenn daher Matthäus und Markus sagen, dass das Haupt des Herrn von der Frau gesalbt wurde, während Johannes sagt, die Füße, müssen wir verstehen, dass sowohl das Haupt als auch die Füße von der Frau gesalbt wurden. Es sei denn, weil Markus gesagt hat, dass sie das Gefäß zerbrach, um sein Haupt zu salben, ist jemand so sehr auf Haarspalterei bedacht, dass er leugnet, dass, weil das Gefäß zerbrochen war, etwas übrig bleiben konnte, um die Füße des Herrn zu salben. Aber ein Mann von frommerem Geist wird behaupten, dass es nicht so zerbrochen wurde, dass alles ausgegossen wurde, oder dass die Füße gesalbt wurden, bevor es zerbrochen wurde, so dass in dem unzerbrochenen Gefäß genug blieb, um das Haupt zu salben.