Beda Venerabilis
Catena Aurea · Markusevangelium 14
3 Als er in Betanien im Hause Simons des Aussätzigen zu Tisch lag, kam eine Frau mit einem Alabastergefäß voll echter, kostbarer Nardensalbe, zerbrach das Gefäß und goss es über sein Haar. 4 Aber einige sagten unwillig zueinander: Wozu diese Verschwendung des Salböls? 5 Man hätte das Öl für mehr als dreihundert Denare verkaufen und den Erlös den Armen geben können. Und sie schalten sie. 6 Jesus aber sagte: Lasst sie! Was kränkt ihr sie? Sie hat eine gute Tat an mir getan. 7 Denn Arme habt ihr ja allezeit bei euch und könnt ihnen Gutes tun, sooft ihr wollt; mich aber habt ihr nicht allezeit. 8 Was sie vermochte, hat sie getan; sie hat im voraus meinen Leib zum Begräbnis gesalbt. 9 Amen, ich sage euch: Wo immer auf der ganzen Welt das Evangelium verkündet wird, da wird auch zu ihrem Gedächtnis erzählt werden, was sie getan hat.
(ubi sup.) Alabaster ist eine Art weißen Marmors, mit verschiedenen Farben durchzogen, der oft für Salbgefäße ausgehöhlt wird, weil er Dinge dieser Art am unverdorbensten bewahrt. Narde ist ein aromatischer Strauch mit einer großen und dicken Wurzel, aber kurz, schwarz und brüchig; obwohl ölig, riecht sie wie Zypresse und hat einen scharfen Geschmack sowie kleine und dichte Blätter. Ihre Spitzen breiten sich wie Ähren aus; daher, da ihre Gabe doppelt ist, schätzen die Parfümhersteller die Ähren und Blätter der Narde sehr. Und das ist es, was Markus meint, wenn er sagt: echte, sehr kostbare Narde, das heißt, das Salböl, das Maria für den Herrn brachte, war nicht aus der Wurzel der Narde gemacht, sondern sogar, was es kostbarer machte, durch die Hinzufügung der Ähren und Blätter wurde die Annehmlichkeit ihres Duftes und ihrer Kraft erhöht.