
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Markusevangelium 1
12 Sofort trieb ihn der Geist hinaus in die Wüste. 13 Vierzig Tage lang war er in der Wüste und wurde vom Satan versucht. Er war mit den wilden Tieren zusammen und die Engel dienten ihm.
(Hom in Matt. xiii) Weil alles, was Christus tat und litt, zu unserer Belehrung geschah, begann er nach seiner Taufe in der Wüste zu wohnen und kämpfte gegen den Teufel, damit jeder Getaufte nach seiner Taufe größere Versuchungen geduldig ertrage und nicht beunruhigt werde, als ob das, was ihm geschah, gegen seine Erwartung wäre, sondern allem widerstehe und als Sieger hervorgehe. Denn obwohl Gott zulässt, dass wir aus vielen anderen Gründen versucht werden, so lässt er es doch auch deshalb zu, damit wir wissen, dass der Mensch, wenn er versucht wird, an einen Ort größerer Ehre gestellt wird. Denn der Teufel naht sich nicht, außer wo er einen an einem Ort größerer Ehre stehen sieht; und deshalb wird gesagt: Und sogleich trieb der Geist ihn in die Wüste. Und der Grund, warum er nicht einfach sagt, dass er in die Wüste ging, sondern getrieben wurde, ist, damit du verstehst, dass es nach dem Wort der göttlichen Vorsehung geschah. Dadurch zeigt er auch, dass kein Mensch sich selbst in Versuchung stürzen soll, sondern dass diejenigen, die aus einem anderen Zustand gleichsam in Versuchung getrieben werden, Sieger bleiben.