
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Lukasevangelium 9
18 Als er in der Einsamkeit betete, waren die Jünger bei ihm, und er fragte sie: Für wen halten mich die Volksscharen? 19 Sie antworteten: Für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere (sagen), einer der alten Propheten sei auferstanden. 20 Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Messias Gottes. 21 Doch er schärfte ihnen aufs Strengste ein, dies niemand zu sagen. 22 Und er fuhr fort: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferweckt.
(Hom. 54. in Matt.) Auch war das Gebot unseres Herrn, dass niemand sagen sollte, er sei Christus, rechtzeitig, damit, wenn die Ärgernisse beseitigt und die Leiden des Kreuzes vollendet wären, eine richtige Meinung über ihn in den Herzen der Hörer fest verwurzelt würde. Denn was einmal Wurzeln geschlagen hat und später ausgerissen wurde, wird, wenn es neu gepflanzt wird, kaum jemals erhalten bleiben. Was aber, einmal gepflanzt, ungestört bleibt, wächst sicher heran. Denn wenn Petrus schon durch das, was er hörte, Anstoß nahm, was würden da die Vielen empfinden, die, nachdem sie gehört hatten, dass er der Sohn Gottes sei, ihn gekreuzigt und angespuckt sahen?