
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 9
18 Als er in der Einsamkeit betete, waren die Jünger bei ihm, und er fragte sie: Für wen halten mich die Volksscharen? 19 Sie antworteten: Für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere (sagen), einer der alten Propheten sei auferstanden. 20 Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Messias Gottes. 21 Doch er schärfte ihnen aufs Strengste ein, dies niemand zu sagen. 22 Und er fuhr fort: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferweckt.
Aber unser Herr Jesus Christus wollte zunächst nicht gepredigt werden, damit kein Aufruhr entstehe; wie folgt: Und Er gebot ihnen streng und befahl ihnen, niemandem etwas zu sagen. Aus vielen Gründen befiehlt Er Seinen Jüngern zu schweigen; um den Fürsten dieser Welt zu täuschen, um Prahlerei zurückzuweisen, um Demut zu lehren. Christus also wollte nicht prahlen, und du prahlst, der du von niederer Geburt bist? Ebenso tat Er es, um zu verhindern, dass rohe und noch unvollkommene Jünger durch das Staunen über diese furchtbare Ankündigung bedrückt würden. Ihnen wird also verboten, Ihn als den Sohn Gottes zu predigen, damit sie Ihn später als den Gekreuzigten predigen.