
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Lukasevangelium 6
20 Er richtete seine Augen auf seine Jünger und sagte: Selig ihr Armen; denn euch gehört das Reich Gottes. 21 Selig, die ihr jetzt hungert; denn ihr werdet satt werden. Selig, die ihr jetzt weint; denn ihr werdet lachen. 22 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen, wenn sie euch ausstoßen, schmähen und euch verleumden um des Menschensohnes willen. 23 Freut euch an jenem Tag und jubelt, denn euer Lohn ist groß im Himmel. Denn ebenso haben es ihre Väter mit den Propheten gemacht.
(Hom. 18. ad pop. Ant.) Doch die gottgefällige Trauer ist etwas Großes, und sie bewirkt eine Buße zum Heil. Daher trauerte der heilige Paulus, als er keine eigenen Fehler zu beweinen hatte, um die der anderen. Solche Trauer ist die Quelle der Freude, wie folgt: Denn ihr werdet lachen. Denn wenn wir denen, für die wir weinen, nichts Gutes tun, tun wir uns selbst Gutes. Denn wer so über die Sünden anderer weint, wird die eigenen nicht unbeweint lassen; vielmehr wird er nicht leicht in Sünde fallen. Lasst uns in diesem kurzen Leben nicht immer uns gehen lassen, damit wir nicht in dem ewigen seufzen. Lasst uns nicht Vergnügungen suchen, aus denen Klage und viel Kummer fließen, sondern lasst uns mit Trauer betrübt sein, die Vergebung hervorbringt. Wir finden den Herrn oft trauernd, niemals lachend.