
Cyrill von Alexandrien
Catena Aurea · Lukasevangelium 6
20 Er richtete seine Augen auf seine Jünger und sagte: Selig ihr Armen; denn euch gehört das Reich Gottes. 21 Selig, die ihr jetzt hungert; denn ihr werdet satt werden. Selig, die ihr jetzt weint; denn ihr werdet lachen. 22 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen, wenn sie euch ausstoßen, schmähen und euch verleumden um des Menschensohnes willen. 23 Freut euch an jenem Tag und jubelt, denn euer Lohn ist groß im Himmel. Denn ebenso haben es ihre Väter mit den Propheten gemacht.
Doch auf die Armut folgt nicht nur ein Mangel an jenen Dingen, die Vergnügen bereiten, sondern auch ein niedergeschlagener Blick wegen des Kummers. Daher folgt: Selig seid ihr, die ihr weint. Er preist die selig, die weinen, nicht die, welche nur Tränen aus ihren Augen vergießen (denn das ist den Gläubigen und Ungläubigen gemeinsam, wenn sie Kummer trifft), sondern Er nennt vielmehr die selig, welche ein sorgloses, mit Sünde vermischtes und fleischlichen Lüsten ergebenes Leben meiden und die Genüsse fast weinend aus Hass auf alles Weltliche zurückweisen.