Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Lukasevangelium 23
26 Als sie ihn hinausführten, griffen sie einen gewissen Simon aus Zyrene auf, der eben vom Feld kam, und luden ihm das Kreuz auf, damit er es Jesus nachtrage. 27 Eine große Volksmenge folgte ihm und viele Frauen, die ihn beweinten und beklagten. 28 Jesus wandte sich zu ihnen um und sagte: Ihr Töchter Jerusalems, weint nicht über mich; weint vielmehr über euch selbst und über euere Kinder! 29 Denn es kommen Tage, da wird man sagen: Wohl den Unfruchtbaren und den Leibern, die nicht geboren, und den Brüsten, die nicht gestillt haben! 30 Dann wird man zu den Bergen sagen: Fallt auf uns!, und zu den Hügeln: Bedeckt uns! 31 Denn wenn man dies am grünen Holz tut, was wird erst am dürren geschehen? 32 Mit ihm wurden auch noch zwei Verbrecher zur Hinrichtung geführt.
Oder er nimmt das Kreuz Christi auf sich, der aus dem Dorf kommt; das heißt, er verlässt diese Welt und ihre Mühen und geht vorwärts nach Jerusalem, das heißt zur himmlischen Freiheit. Hierdurch empfangen auch wir keine geringe Unterweisung. Denn um nach dem Beispiel Christi ein Meister zu sein, muss ein Mensch zuerst selbst sein Kreuz auf sich nehmen und im Gottesfurcht sein eigenes Fleisch kreuzigen, damit er es so denen auflege, die ihm untergeben und gehorsam sind.