Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Lukasevangelium 20
1 Als er eines Tages im Tempel das Volk lehrte und das Evangelium verkündete, kamen die Hohenpriester und Schriftgelehrten mit den Ältesten hinzu 2 und sagten zu ihm: Sage uns, mit welcher Vollmacht tust du dies oder wer es ist, der dir diese Vollmacht gegeben hat? 3 Da antwortete er ihnen: Auch ich will euch eine Frage vorlegen. Sagt mir: 4 War die Taufe des Johannes vom Himmel oder von Menschen? 5 Da überlegten sie miteinander: Sagen wir: vom Himmel, so wird er erwidern: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt? 6 Sagen wir aber: von Menschen, so wird uns das ganze Volk steinigen; denn es ist überzeugt, dass Johannes ein Prophet war. 7 So antworteten sie, sie wüssten nicht, woher. 8 Da erwiderte ihnen Jesus: Dann sage auch ich euch nicht, mit welcher Vollmacht ich dies tue.
Denn um zu zeigen, dass sie sich immer gegen den Heiligen Geist aufgelehnt hatten und dass sie außer Jesaja, an den sie sich nicht erinnerten, auch Johannes nicht hatten glauben wollen, den sie kurz zuvor gesehen hatten, stellt er nun seinerseits die Frage an sie und beweist, dass, wenn ein so großer Prophet wie Johannes, der unter ihnen als der größte galt, nicht geglaubt wurde, als er von ihm Zeugnis ablegte, sie ihm keineswegs glauben würden, wenn er antwortete, mit welcher Vollmacht er dies tue.