Eusebius von Caesarea
Catena Aurea · Lukasevangelium 20
1 Als er eines Tages im Tempel das Volk lehrte und das Evangelium verkündete, kamen die Hohenpriester und Schriftgelehrten mit den Ältesten hinzu 2 und sagten zu ihm: Sage uns, mit welcher Vollmacht tust du dies oder wer es ist, der dir diese Vollmacht gegeben hat? 3 Da antwortete er ihnen: Auch ich will euch eine Frage vorlegen. Sagt mir: 4 War die Taufe des Johannes vom Himmel oder von Menschen? 5 Da überlegten sie miteinander: Sagen wir: vom Himmel, so wird er erwidern: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt? 6 Sagen wir aber: von Menschen, so wird uns das ganze Volk steinigen; denn es ist überzeugt, dass Johannes ein Prophet war. 7 So antworteten sie, sie wüssten nicht, woher. 8 Da erwiderte ihnen Jesus: Dann sage auch ich euch nicht, mit welcher Vollmacht ich dies tue.
Seine Frage bezüglich Johannes des Täufers betrifft nicht, woher er stammte, sondern woher er das Gesetz der Taufe empfing. Doch sie fürchteten sich nicht, die Wahrheit zu meiden. Denn Gott sandte Johannes als eine Stimme, die rief: Bereitet den Weg des Herrn. Aber sie scheuten sich, die Wahrheit zu sagen, damit nicht gesagt würde: Warum habt ihr ihm nicht geglaubt? Und sie zögern, den Vorläufer zu tadeln, nicht aus Furcht vor Gott, sondern vor dem Volk; wie es folgt: Und sie überlegten bei sich selbst und sprachen: Wenn wir sagen: Vom Himmel; so wird er sagen: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt?