Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Lukasevangelium 17
7 Wer aber von euch, der einen Knecht beim Pflügen oder auf der Weide hat, wird zu ihm, wenn er vom Feld heimkommt, sagen: Komm gleich her und leg dich zu Tisch? 8 Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Richte mir etwas zu essen her, gürte dich und bediene mich, bis ich gegessen und getrunken habe. Nachher kannst auch du essen und trinken? 9 Dankt er etwa dem Knecht, weil er getan hat, was ihm aufgetragen war? 10 So sollt auch ihr, wenn ihr alles getan habt, was euch aufgetragen wurde, sagen: Unnütze Knechte sind wir; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.
Weil der Glaube seinen Besitzer zu einem Bewahrer der Gebote Gottes macht und ihn mit wunderbaren Werken schmückt, so könnte es scheinen, dass ein Mensch dadurch in die Sünde des Hochmuts falle. Unser Herr warnte daher seine Apostel durch ein passendes Beispiel, sich nicht ihrer Tugenden zu rühmen, indem er sprach: Welcher aber unter euch, der einen Knecht hat, der pflügt usw.