
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Lukasevangelium 17
7 Wer aber von euch, der einen Knecht beim Pflügen oder auf der Weide hat, wird zu ihm, wenn er vom Feld heimkommt, sagen: Komm gleich her und leg dich zu Tisch? 8 Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Richte mir etwas zu essen her, gürte dich und bediene mich, bis ich gegessen und getrunken habe. Nachher kannst auch du essen und trinken? 9 Dankt er etwa dem Knecht, weil er getan hat, was ihm aufgetragen war? 10 So sollt auch ihr, wenn ihr alles getan habt, was euch aufgetragen wurde, sagen: Unnütze Knechte sind wir; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.
(de Quæst. Ev. l. 2. qu. 39.) Oder auch: Den vielen, die diesen Glauben an die schon gegenwärtige Wahrheit nicht verstehen, könnte unser Herr nicht die Bitten seiner Jünger erhört zu haben scheinen. Und es scheint hier eine Schwierigkeit im Zusammenhang zu bestehen, es sei denn, wir nehmen an, er meine den Wechsel vom Glauben zum Glauben, nämlich von dem Glauben, durch den wir Gott dienen, zu dem, durch den wir ihn genießen. Denn dann wird unser Glaube vermehrt werden, wenn wir zuerst das gepredigte Wort glauben, dann die gegenwärtige Wirklichkeit. Aber jene freudige Anschauung besitzt vollkommenen Frieden, der uns im ewigen Reich Gottes gegeben wird. Und jener vollkommene Friede ist der Lohn jener gerechten Arbeiten, die in der Verwaltung der Kirche vollbracht werden. Es sei also der Knecht auf dem Feld, der pflügt oder weidet, das heißt, in diesem Leben entweder seinen weltlichen Geschäften nachgeht oder törichten Menschen wie Vieh dient, so muss er nach seinen Arbeiten nach Hause zurückkehren, das heißt, mit der Kirche vereint werden.