
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Lukasevangelium 15
8 Oder welche Frau, die zehn Drachmen hat und eine Drachme verliert, zündet nicht ein Licht an und kehrt das Haus und sucht sorgfältig, bis sie sie findet? 9 Und hat sie sie gefunden, so ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir; denn ich habe die Drachme gefunden, die ich verloren hatte. 10 Ebenso, sage ich euch, wird bei den Engeln Gottes Freude sein über einen einzigen Sünder, der umkehrt.
(non occ.) Durch das vorhergehende Gleichnis, in dem das Menschengeschlecht als ein wanderndes Schaf bezeichnet wurde, wurde uns gezeigt, dass wir Geschöpfe des höchsten Gottes sind, der uns gemacht hat, und nicht wir selbst, und wir sind die Schafe seiner Weide. (Ps. 95:7.) Nun aber wird ein zweites Gleichnis hinzugefügt, in dem das Menschengeschlecht mit einem Stück Silber verglichen wird, das verloren war, wodurch er zeigt, dass wir nach dem königlichen Gleichnis und Bild geschaffen wurden, das heißt nach dem des höchsten Gottes. Denn das Stück Silber ist eine Münze, die den Abdruck des Bildes des Königs trägt, wie es heißt: Oder welche Frau, die zehn Silberstücke hat, wenn sie eines verliert, usw.