Griechischer Exeget
Catena Aurea · Lukasevangelium 11
9 Darum sage ich euch: Bittet und es wird euch gegeben; sucht und ihr werdet finden; klopft an und es wird euch aufgetan. 10 Denn jeder, der bittet, empfängt, und wer sucht, findet, und wer anklopft, dem wird aufgetan. 11 Wo ist unter euch ein Vater, der, wenn ihn sein Sohn um einen Fisch bittet, ihm statt des Fisches eine Schlange gäbe? 12 Oder wenn er um ein Ei bittet, ihm einen Skorpion gäbe? 13 Wenn nun ihr, die ihr böse seid, eueren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.
(Severus Antioch.) Oder mit dem Wort „anklopfen“ meint er vielleicht das wirksame Suchen, denn man klopft mit der Hand, aber die Hand ist das Zeichen eines guten Werkes. Oder diese drei können auf andere Weise unterschieden werden. Denn es ist der Anfang der Tugend, zu bitten, den Weg der Wahrheit zu erkennen. Der zweite Schritt aber ist, zu suchen, wie wir auf diesem Weg gehen müssen. Der dritte Schritt ist, wenn ein Mensch zur Tugend gelangt ist, an die Tür zu klopfen, damit er in das weite Feld der Erkenntnis eintrete. All dies erlangt der Mensch durch das Gebet. Oder: Bitten heißt zwar beten, aber Suchen heißt, durch gute Werke zu tun, was unseren Gebeten entspricht. Und Anklopfen heißt, im Gebet ohne Unterlass zu verharren.