
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Lukasevangelium 11
9 Darum sage ich euch: Bittet und es wird euch gegeben; sucht und ihr werdet finden; klopft an und es wird euch aufgetan. 10 Denn jeder, der bittet, empfängt, und wer sucht, findet, und wer anklopft, dem wird aufgetan. 11 Wo ist unter euch ein Vater, der, wenn ihn sein Sohn um einen Fisch bittet, ihm statt des Fisches eine Schlange gäbe? 12 Oder wenn er um ein Ei bittet, ihm einen Skorpion gäbe? 13 Wenn nun ihr, die ihr böse seid, eueren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.
(Hom. 23. in Matt.) Mit dem Bitten nun meint er das Gebet, mit dem Suchen aber Eifer und Sorge, wie er hinzufügt: Sucht, so werdet ihr finden. Denn die Dinge, die gesucht werden, erfordern große Sorgfalt. Und dies ist besonders bei Gott der Fall. Denn es gibt viele Dinge, die unsere Sinne blockieren. So wie wir nach verlorenem Gold suchen, so lasst uns eifrig nach Gott suchen. Er zeigt auch, dass wir, obwohl er nicht sogleich die Tore öffnet, dennoch warten müssen. Daher fügt er hinzu: Klopft an, so wird euch geöffnet werden; denn wenn ihr weiter sucht, werdet ihr gewiss empfangen. Aus diesem Grund, und weil die verschlossene Tür euch klopfen lässt, hat er nicht sogleich eingewilligt, damit ihr inständig bittet.