Gregor von Nyssa
Catena Aurea · Lukasevangelium 11
1 Eines Tages betete er an einem Ort. Als er geendet hatte, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger gelehrt hat. 2 Da sagte er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht:Vater, / dein Name werde geheiligt. / Dein Reich komme. 3 Gib uns täglich unser notwendiges Brot. 4 Und vergib uns unsere Sünden; / denn auch wir vergeben jedem, der uns schuldet.Und führe uns nicht in Versuchung.
(Orat. Dom. serm. 4.) Denn da er sagt, dass das Leben des Menschen nach der Auferstehung dem der Engel ähnlich sein wird, folgt, dass unser Leben in dieser Welt so geordnet sein soll im Hinblick auf das, was wir danach erhoffen, dass wir, im Fleisch lebend, nicht nach dem Fleisch leben. Dadurch aber zerstört der wahre Arzt der Seelen die Natur der Krankheit, damit die, welche von der Krankheit ergriffen wurden, wodurch sie vom göttlichen Willen abgewichen sind, sogleich von der Krankheit befreit werden, indem sie mit dem göttlichen Willen vereint werden. Denn die Gesundheit der Seele ist die rechte Erfüllung des Willens Gottes.