
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 9
35 Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestoßen hatten, und sagte, als er ihm begegnete: Glaubst du an den Menschensohn? 36 Er antwortete: Und wer ist es, Herr? (Sag es mir,) damit ich an ihn glaube! 37 Jesus sagte zu ihm: Du hast ihn gesehen. Der gerade mit dir redet, der ist es. 38 Da sagte er: Ich glaube, Herr! Und er fiel vor ihm nieder. 39 Jesus sagte: Zum Gericht bin ich in diese Welt gekommen, damit die Blinden sehend und die Sehenden blind werden. 40 Das hörten einige der Pharisäer, die bei ihm standen, und fragten ihn: Sind etwa auch wir blind? 41 Jesus antwortete: Wenn ihr blind wärt, so hättet ihr keine Sünde. Jetzt aber behauptet ihr: Wir sehen. Eure Sünde bleibt also bestehen.
(Hom. lix. 1) Aber der Blinde kannte Christus noch nicht, denn bevor er zu Christus ging, war er blind, und nach seiner Heilung wurde er von den Juden ergriffen: Er antwortete und sprach: Wer ist er, Herr, dass ich an ihn glauben möge? Diese Rede ist die eines sehnenden und forschenden Geistes. Er weiß nicht, wer der ist, für den er so sehr gekämpft hatte; ein Beweis für dich für seine Liebe zur Wahrheit. Der Herr aber sagt nicht zu ihm: Ich bin der, der dich geheilt hat; sondern gebraucht eine mittlere Ausdrucksweise: Du hast ihn sowohl gesehen.