
Hilarius von Poitiers
Catena Aurea · Johannesevangelium 9
35 Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestoßen hatten, und sagte, als er ihm begegnete: Glaubst du an den Menschensohn? 36 Er antwortete: Und wer ist es, Herr? (Sag es mir,) damit ich an ihn glaube! 37 Jesus sagte zu ihm: Du hast ihn gesehen. Der gerade mit dir redet, der ist es. 38 Da sagte er: Ich glaube, Herr! Und er fiel vor ihm nieder. 39 Jesus sagte: Zum Gericht bin ich in diese Welt gekommen, damit die Blinden sehend und die Sehenden blind werden. 40 Das hörten einige der Pharisäer, die bei ihm standen, und fragten ihn: Sind etwa auch wir blind? 41 Jesus antwortete: Wenn ihr blind wärt, so hättet ihr keine Sünde. Jetzt aber behauptet ihr: Wir sehen. Eure Sünde bleibt also bestehen.
(vi. de Trin. circa fin.) Wenn irgendein bloßes Bekenntnis zu Christus die Vollkommenheit des Glaubens wäre, hätte es geheißen: Glaubst du an Christus? Da aber alle Häretiker diesen Namen im Munde geführt hätten, indem sie Christus bekennen und doch den Sohn leugnen, wird von unserem Glauben das verlangt, was allein von Christus gilt, nämlich dass wir an den Sohn Gottes glauben. Was aber nützt es, an den Sohn Gottes als an ein Geschöpf zu glauben, wenn von uns verlangt wird, an Christus zu glauben, nicht als an ein Geschöpf Gottes, sondern als an den Sohn Gottes.