
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 9
8 Die Nachbarn und die Leute, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte? 9 Die einen sagten: Ja, er ist es. Andere sagten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich. Er selbst aber sagte: Ich bin es. 10 Da fragten sie ihn: Wie sind denn deine Augen geöffnet worden? 11 Er antwortete: Der Mann, der Jesus heißt, hat einen Teig gemacht, meine Augen damit bestrichen und zu mir gesagt: Geh zum Schiloach und wasche dich! Ich bin also hingegangen, habe mich gewaschen und konnte sehen. 12 Da fragten sie ihn: Wo ist er denn? Er sagte: Ich weiß es nicht. 13 Da brachten sie den ehemals Blinden zu den Pharisäern. 14 Es war aber Sabbat an dem Tag, an dem Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte. 15 Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei. Er sagte zu ihnen: Er hat einen Teig auf meine Augen gelegt, dann habe ich mich gewaschen und nun sehe ich. 16 Da meinten einige der Pharisäer: Dieser Mensch ist nicht von Gott (gesandt), weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sagten: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen wirken? So war Zwiespalt unter ihnen. 17 Da fragten sie den Blinden noch einmal: Was hälst du von ihm? Hat er dir doch die Augen geöffnet? Er antwortete: Er ist ein Prophet.
(Tr. xliv. 9) Einige, nicht alle: denn einige waren bereits gesalbt. Aber die, welche weder sahen noch gesalbt waren, sagten: Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht hält. Vielmehr hielt Er ihn, indem Er ohne Sünde war; denn den Sabbat geistig zu halten, heißt, keine Sünde zu haben. Und darauf ermahnt uns Gott, wenn Er den Sabbat gebietet und spricht: An ihm sollst du keine knechtliche Arbeit verrichten. (Exod. 20:10) Was knechtliche Arbeit ist, sagt uns unser Herr oben: Wer Sünde tut, ist der Sünde Knecht. (c. 8:34) Sie hielten den Sabbat fleischlich, übertrafen ihn geistig.