
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 8
13 Da sagten die Pharisäer zu ihm: Du legst über dich selbst Zeugnis ab; dein Zeugnis ist nicht gültig. 14 Jesus antwortete ihnen: Auch wenn ich über mich selbst Zeugnis ablege, ist mein Zeugnis gültig, weil ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe. Ihr aber wisst nicht, woher ich komme und wohin ich gehe. 15 Ihr urteilt nach dem äußeren Eindruck, ich urteile über niemand. 16 Und wenn ich urteile, ist mein Urteil wahrheitsgemäß. Denn ich urteile nicht allein, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat. 17 Auch in euerem Gesetz heißt es, dass das Zeugnis zweier Menschen gültig ist. 18 Ich lege Zeugnis über mich ab und auch der Vater, der mich gesandt hat, legt Zeugnis über mich ab.
(Hom. lii. 2) Als ob Er sagen wollte: Mit den Worten: Ich richte niemanden, meinte Ich, dass Ich das Gericht nicht vorwegnehme. Wenn Ich gerecht richtete, würde Ich euch verurteilen, aber jetzt ist nicht die Zeit zum Richten. Er spielt jedoch auf das zukünftige Gericht an in dem, was folgt: Denn Ich bin nicht allein, sondern Ich und der Vater, der Mich gesandt hat; was bedeutet, dass Er sie nicht allein verurteilen wird, sondern Er und der Vater zusammen. Dies ist auch beabsichtigt, um Argwohn zu zerstreuen, da die Menschen den Sohn nicht für würdig hielten, geglaubt zu werden, es sei denn, Er hätte auch das Zeugnis des Vaters.